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Ein aktueller Rückruf des Bundesamts für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) sorgt für Aufsehen: In den beliebten, dehnbaren „Stretch Squad“ Figuren wurde Asbest im Füllmaterial nachgewiesen. Während Asbest normalerweise mit alten Gebäuden assoziiert wird, zeigt dieser Fall, dass Schadstoffe auch in modernen Kinderzimmern lauern können. Erfahren Sie hier, welche Figuren betroffen sind, warum das Material so gefährlich ist und wie Sie jetzt richtig handeln.
Was ist das Problem und wo kommt der Asbest vor?
Bei den betroffenen Artikeln handelt es sich um elastische Spielfiguren, die mit einem feinen, pulverförmigen Material gefüllt sind. Im Rahmen amtlicher Kontrollen wurde festgestellt, dass dieses Pulver Spuren von Asbest enthalten kann.
Wie kommt Asbest in ein modernes Spielzeug?
Es handelt sich hierbei um eine Verunreinigung der mineralischen Rohstoffe, die als Füllmaterial verwendet wurden (sog. „geogener Asbest“). Da diese Minerale natürlicherweise in bestimmten Gesteinsschichten vorkommen, gelangen sie bei unzureichenden Kontrollen in der Herstellung – insbesondere bei Produkten aus chinesischer Produktion – direkt in das Endprodukt.
Welche Produkte sind konkret betroffen?
Der Rückruf betrifft die Produkte des Herstellers HTI, die in der Schweiz primär über die Filialen von Action verkauft wurden.
Hinweis: Ähnliche Produkte wurden unter dem Namen „Stretcherz“ auch bei anderen Discountern (z. B. Aldi) zurückgerufen.
Warum sind beschädigte Figuren so gefährlich?
Die Gefahr bei diesen Figuren ist tückisch: Solange die elastische Hülle intakt ist, sind die Asbestfasern im Inneren gebunden. Das Risiko entsteht unmittelbar, wenn die Figur durch Überdehnung, Risse oder Platzen beschädigt wird.
In diesem Moment kann das trockene, pulverförmige Füllmaterial austreten. Die mikroskopisch kleinen Asbestfasern werden in die Raumluft freigesetzt und können von Kindern eingeatmet werden. Da Asbestfasern im Körper nicht abgebaut werden können, können sie langfristig schwere Lungenerkrankungen oder Tumore verursachen. Besonders bei Kindern ist die Vorsorge entscheidend, da die Latenzzeit dieser Krankheiten oft mehrere Jahrzehnte beträgt.
Was tun bei einem Verdacht? (Vorgehen und Entsorgung)
Falls Sie eine solche Figur besitzen, sollten Sie aus Sicherheitsgründen wie folgt vorgehen:
Fazit
Der Fall der Stretch-Squad-Figuren mahnt zur Vorsicht bei billig produzierten Spielwaren mit mineralischen Füllstoffen. Vertrauen Sie auf zertifizierte Qualität und reagieren Sie bei Rückrufen sofort. Für Fachfragen zur Schadstoffdiagnostik steht Ihnen das Team der 2me toumi AG jederzeit zur Verfügung.